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RLT-Geräte: Gutes Klima für die Event Location

Endloser Sommer

Die Vision der drei surfbegeisterten Unternehmensgründer war klar definiert: ein multifunktionaler Beachclub, der ganzjährig Sport- und Arbeitswelt – quasi Surfbrett und Laptop – miteinander verbindet und gleichzeitig Urlaubsflair in die Rheinmetropole holt. Bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie fiel die Wahl auf die ehemalige Schmiedehalle mit ihrer rustikal-charmanten Industriekulisse. Mit „RheinRiff“ war der passende Name für die neue Surf & Work-Location gefunden und nach vier Jahren Vorbereitungs- und Planungszeit wurde das Projekt in Halle 8 gestartet.

365Tage Sommer in der Stadt

Bis 2022 wurde in der langgestreckten Halle mit elegant geschwungener Dachkonstruktion noch Stahl verarbeitet. Nach Abbau aller Maschinen und Kräne konnten die Investoren Anfang 2023 grünes Licht für den Umbau der zukünftigen Event-, Sport- und Arbeitsstätte geben. Ein gutes arbeitsreiches Jahr später hat das RheinRiff seine ersten Gäste begrüßt und das junge Start-Up einen höheren siebenstelligen Betrag investiert.

Die moderne Event Location soll das ganze Jahr hindurch ein bunt gemischtes Publikum ansprechen. Tropisches Grün, feiner Sand und die stehende Surfwelle als Hauptattraktion sind in ein Innenarchitektur- und Beleuchtungskonzept vor in schwarz gehaltener Industriekulisse eingebettet und bilden ein kontrastreiches und gleichzeitig einladendes Ensemble.

Bei voller Auslastung können sich im RheinRiff rund 3000 Besucher vergnügen – oder in einem außergewöhnlichen Ambiente arbeiten. Das Angebot ist vielfältig: Surfen, Beach-Volleyball, Yoga, Gastronomie mit wechselnden Foodtrucks, Bars, Lounge-Ecken, Event- und Party-Veranstaltungen und nicht zuletzt als Co-Working-Space nutzbare Konferenzräume.

Dabei steht den Besuchern nicht nur die Halle zur Verfügung, sondern bei entsprechender Witterung auch ein rund 2000 m² großer, als Strand gestalteter Außenbereich. RheinRiff rechnet mit 300 000 Besuchern pro Jahr.

Aufsteigende Luft wird an den Surfbecken auf vier Höhenniveaus abgeführt.

Aufwändige Planung

Die Be- und Entlüftung einer Halle, die in sich mehrere Nutzungskonzepte vereint, erfordert eine detaillierte Planung: Die jeweils angrenzenden Bereiche dürfen weder durch die Lüftung (Zugluft), noch durch Nichtlüften (Schwüle) beeinträchtigt werden. Für die Event-, Sport- und Arbeitsstätte gelten darüber hinaus zonenweise unterschiedliche Normen und Richtlinien. Während für die Meetingräume des Co-Working Space am Ostende der Halle die Arbeitsstättenrichtline (ASR 3.6) Anwendung findet, ist im Bereich des Surfbeckens wiederum Schwimmbadklimatisierung gemäß VDI 2089 gefragt, um die Luft zu entfeuchten und die umgebenden Hallenbereiche abzuschirmen. Die Lüftung genügt aber auch den Anforderungen einer Eventhalle gemäß DIN EN 16798.

Der Event-Bereich im Westen des Baukörpers wird entgegen der ursprünglichen Planung nun manuell über große Flügeltüren entlüftet. Auch dies war eine Herausforderung, die bei der Planung der RLT-Anlage für den Surfbereich berücksichtigt werden musste. Schließlich birgt ein Öffnen der Türen die Gefahr von unerwünschten Querströmungen.

Die Planung und Bauleitung hatte das Düsseldorfer Ingenieurbüro TGA Romberg GmbH übernommen. Die Planung der Surfhalle mit unterschiedlichen Nutzungsbereichen erforderte eine präzise Koordination aller technischen und funktionalen Aspekte. Denn es galt, hohen Anforderungen an Komfort und Funktionalität gerecht zu werden.

Zunächst galt es zu klären, wie man eine 6000 m² große und bis zu 18 m hohe Halle auf eine Wohlfühltemperatur bringen kann. Weitere – auf den ersten Blick nicht sichtbare – Herausforderungen befanden sich direkt unter dem Hallenboden: Im Bereich des Surfbeckens und des Maschinenraums für die Pumpen der Welle waren tiefe, massiv armierte Betonfundamente eingebaut. Deren Eisenträger mussten jeweils auseinandergeschweißt werden, um den Beton zerkleinert auskoffern zu können.

Außerdem wurde dort ein Bunker entdeckt, der als Schrottplatz der Halle gedient hatte und entrümpelt werden musste. Dadurch hat allein der Aushub der rund 4500 m³ großen Grube zwei Monate in Anspruch genommen, was im ursprünglichen Ablaufplan so nicht vorgesehen war.

Installation in luftiger Höhe

Die Grube für das Becken, das Wasserreservoir und den angrenzenden Maschinenraum für die Pumpen wurde 4 m tief ausgehoben und der darunter liegende, entrümpelte Bunker mit Beton ausgegossen. Zug um Zug wurden zeitgleich für die Frisch- und Abwasser führenden Grundleitungen für die Bars, die Spülküche sowie den Sanitärbereich Gräben in den Hallenboden und teilweise auch durch bestehende Fundamente geschnitten bzw. gestemmt.

Diese Vorarbeiten im Bodenbereich hatten wiederum zur Folge, dass der Hallenboden jeden Tag ein „neues Gesicht“ bekam. Dadurch konnten keine festen Gerüste aufgestellt werden, um diese Vorarbeiten nicht zu behindern. Gerüste wären aber hilfreich gewesen, um im Rahmen des eng getakteten Zeitplans insbesondere die Zu- und Abluftverrohrung unter der Decke installieren zu können. Die Verrohrung war auf unterschiedlichen Höhenniveaus von bis zu 10 m oberhalb des heutigen Hallenbodenniveaus umzusetzen.

Die Luftkanäle sind formschön im Industrie-Design ausgeführt.

700 m luftführende Verrohrung

Die Bauleitung konnte insbesondere mit den Arbeiten an der Verrohrung oberhalb des Surfbeckens nicht so lange warten, bis die Fundamente für das Becken und den Maschinenraum gegossen waren. Da der Untergrund jeden Tag anders aussah und der Baufortschritt meistens nicht vorhersehbar war, wurde jeden Tag in enger Abstimmung mit den anderen Gewerken flexibel neu geplant, von welcher Stelle aus die Installationsarbeiten auf mobilen Scherenbühnen fortgesetzt werden.

Neben Flexibilität war für die Mitarbeiter der ausführenden Preuß Klimatechnik vor allem Schwindelfreiheit eine Voraussetzung, um Stück für Stück die zeitintensive Installation in luftiger Höhe präzise zu erledigen und anschließend die einzelnen Rohrabschnitte zu einem großen Ganzen miteinander verbinden zu können.

Für die beiden RLT-Geräte von Wolf hat Preuß Klimatechnik insgesamt rund 700 m luftführende Kanäle verlegt. Die Verrohrung ist auch in ihren Achsen symmetrisch angeordnet, so dass sich die in Sichtmontage ausgeführten, luftführenden Kanäle formschön in das Industriedesign der Halle einfügen.

Schwimmbadklimatisierung

Das RLT-Gerät KG Top für die Klimatisierung des Surfbeckenbereichs steht auf einem neu in die Halle eingefügten, flachen Baukörper. In diesem sind zum einen der Maschinenraum für die Wasseraufbereitung und zum anderen die Umkleide- und Sanitärräume für die Gäste untergebracht.

Weitwurfdüsen über beiden Beckenrändern drücken die witterungsabhängig temperierte Frischluft in Richtung Wasserbecken und erzeugen damit einen Frischluftschleier. Dieser sorgt nicht nur für gute Luft auf der Welle, sondern schirmt zusätzlich die umliegenden Hallenbereiche von der passiv aufsteigenden feuchten und warmen Luft ab. Die Luftleistung beträgt maximal 14 000 m³/h. Die aufsteigende Luft wird rund um das Becken und auch direkt über der Wasseroberfläche auf vier Höhenniveaus abgeführt.

Die Hallenluft wird bei geringer Belegung sowie außerhalb der Öffnungszeiten im Umluftbetrieb gefahren und dabei über ein Kühlregister entfeuchtet. Feuchtesensoren in der Fortluft bestimmen den Grad der Entfeuchtung und über CO2-Sensoren wird der Anteil der Umluft im Zuluftstrom gesteuert. Ein effizienter Plattenwärmeübertrager erreicht eine Rückwärmezahl von 92 Prozent. Damit erfüllt das Lüftungsgerät die Energieeffizienzklasse A +.

Die Anforderungen des Bauherrn an das RLT-Gerät beinhalteten neben günstigen preislichen Konditionen naturgemäß auch die Eignung für den Einsatz in Schwimmstätten. Darüber hinaus musste es individuell anpassbar sein, um nahtlos in den Bestand integriert werden zu können.

Unterschiedliche Nutzungskonzepte innerhalb der Event-Halle erforderten eine ausgeklügelte Be- und Entlüftungsplanung.

Klimatisierung der Besprechungsräume

Im Ostteil der Halle befindet sich ein zweistöckiger Tagungsbereich, der ursprünglich aus Seecontainern entstehen sollte, um das Industriedesign der Halle zu unterstreichen. Von dieser Design-Idee geblieben ist die Form der Räume – ausgeführt sind die modular in bis zu neun Einzelräume teilbaren Besprechungsräume in Holzständerbauweise. Zu diesen Räumlichkeiten und einer komplett autarken, unterschiedlich bestuhlbaren Speaker Area mit eigenen Sanitäreinrichtungen und einer Bar führt ein separater Eingang.

Die klimatisierten Konferenzräume bieten Platz für 6 bis 80 Personen. Sie sind angenehm beleuchtetet und mit digitalen Whiteboards und 4 K-Screens ausgestattet, um insbesondere kreative Besprechungen möglich zu machen. Große Fensterfronten geben den Blick in die Halle frei.

Den RheinRiff-Gründern war wichtig, auch die Infrastruktur für die Klimatisierung dieser Räume formschön zu gestalten und jeden Raum individuell be- und entlüften zu können. Innerhalb der Besprechungsräume sind daher von der Lüftungstechnik nur Wand- bzw. Deckenauslässe zu sehen. Große luftführende Kanäle verlaufen vom Lüftungsgerät in Sichtmontage in die Besprechungsräume bzw. an diesen entlang.

Das RLT-Gerät KG Top mit geschwungenen Zu- und Fortluft-führenden Kanälen steht für den Publikumsverkehr sichtbar im Außenbereich auf dem Boden neben der Halle – es hätte auf dem geschwungenen Hallendach nicht platziert werden können.

Das RLT-Gerät KG Top von Wolf für die Klimatisierung des Surfbeckenbereichs steht auf einem neu in die Halle eingefügten flachen Baukörper. Die Luftleistung beträgt maximal 14.000 m³/h.

Bild: Wolf

Das RLT-Gerät KG Top von Wolf für die Klimatisierung des Surfbeckenbereichs steht auf einem neu in die Halle eingefügten flachen Baukörper. Die Luftleistung beträgt maximal 14.000 m³/h.
Weitwurfdüsen über beiden Beckenrändern drücken die witterungsabhängig temperierte Frischluft in Richtung Wasserbecken und erzeugen damit jeweils einen Frischluftschleier.

Bild: Wolf

Weitwurfdüsen über beiden Beckenrändern drücken die witterungsabhängig temperierte Frischluft in Richtung Wasserbecken und erzeugen damit jeweils einen Frischluftschleier.
Das RLT-Gerät KG Top mit geschwungenen Zu- und Fortluft-führenden Kanälen steht im Außenbereich auf dem Boden neben der Halle - es hätte auf dem geschwungenen Hallendach nicht platziert werden können.

Bild: Wolf

Das RLT-Gerät KG Top mit geschwungenen Zu- und Fortluft-führenden Kanälen steht im Außenbereich auf dem Boden neben der Halle - es hätte auf dem geschwungenen Hallendach nicht platziert werden können.
Den RheinRiff-Gründern war wichtig, auch die Infrastruktur für die Klimatisierung der Räume formschön zu gestalten und jeden Raum individuell be- und entlüften zu können.

Bild: Wolf

Den RheinRiff-Gründern war wichtig, auch die Infrastruktur für die Klimatisierung der Räume formschön zu gestalten und jeden Raum individuell be- und entlüften zu können.
Die klimatisierten Konferenzräume bieten Platz für 6 bis 80 Personen. Sie sind angenehm beleuchtetet und mit digitalen Whiteboards und 4K Screens ausgestattet, um insbesondere kreative Besprechungen möglich zu machen. Große Fensterfronten geben den Blick in die Halle frei.

Bild: Wolf

Die klimatisierten Konferenzräume bieten Platz für 6 bis 80 Personen. Sie sind angenehm beleuchtetet und mit digitalen Whiteboards und 4K Screens ausgestattet, um insbesondere kreative Besprechungen möglich zu machen. Große Fensterfronten geben den Blick in die Halle frei.
Die Hallenluft wird bei geringer Belegung sowie außerhalb der Öffnungszeiten vom RLT-Gerät KG Top im Umluftbetrieb gefahren und dabei über ein Kühlregister entfeuchtet.

Bild: Wolf

Die Hallenluft wird bei geringer Belegung sowie außerhalb der Öffnungszeiten vom RLT-Gerät KG Top im Umluftbetrieb gefahren und dabei über ein Kühlregister entfeuchtet.

Daten zu den RLT-Geräten KG Top

  • Langlebige Lüftungsgeräte mit räumlich flexibel gestaltbarem modularem Aufbau für eine individuelle Konfiguration;
  • Luftmengen bis zu 40 000 m³/h;
  • Einsatz energieeffizienter EC-Ventilatoren;
  • Effiziente Wärmerückgewinnungssysteme;
  • Hygienekonforme Register gemäß VDI 6022;
  • Vom TÜV SÜD bestätigte Gehäusedaten nach DIN EN 1886;
  • Wärmedurchgangsklasse T 2;
  • Wärmebrückenklasse TB 2;
  • Dichtigkeitsklasse Gehäuse L 1;
  • Mechanische Festigkeit D 1;
  • Baustoffklasse nach DIN 4102 : A 1 (nicht brennbar);
  • Filterstufen bis ISO ePM 1  80 % (F 9);
  • Innen- und Außen-Beschichtung in allen RAL-Farben pulverbeschichtet möglich, optional mit salzwasserbeständiger C 5-M-Lackierung;
  • Wärmeübertrager für Heizen und Kühlen möglich;
  • Optional individuell parametrierte Vorverkabelung;
  • Optional ATEX-Ausführung.
  • Heike Millhoff,
    Fachredakteurin bei der Wolf GmbH, Mainburg.

    Wolf / Millhoff

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